Fomalhaut - Stern des Monats, November 2020

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Fomalhaut steht in der Liste der hellsten Sterne an 19. Stelle. Er ist heller als Deneb im Schwan und der hellste Stern am Herbsthimmel. Trotzdem ist er beinahe unscheinbar und kann nur kurz beobachtet werden.

Name und Sternbild

Der Name des Sterns Fomalhaut (sprich: Fo-mal-ha-ut) kommt aus dem arabischen Famol-Hoot el Ganoubi und bedeutet "Südliches Fischmaul". Er ist der hellste Stern alpha im Sternbild "Südlicher Fisch", lateinisch Piscis Austrinus.
Das Sternbild gehört zur Gruppe der "Wasserzeichen": Steinbock, im Altertum war das der Ziegenfisch, Wassermann, Fische, Südlicher Fisch, Walfisch und der Fluss Eridanus.

Fomalhaut und seine Begleiter

Fomalhaut ist 25 Lichtjahre von der Erde entfernt und ein Haupreihenstern mit 2-facher Sonnenmasse und 2-fachem Radius der Sonne. Mit dem Spektraltyp A2 ist er bläulich-weiß, ähnlich wie Wega in der Leier.

Fomalhaut und Wega haben auch gemeinsam, dass sie zum Castor-Bewegungshaufen gehören. Bewegungshaufen sind Sterne, die gemeinsam entstanden sind und gleiche Bewegung am Himmel aufweisen.
Zum Castor-Bewegungshaufen gehören neben Castor in den Zwillingen, Wega, Fomalhaut, Alderamin (Haupstern im Kepheus), Zubenelgenubi (die beiden Hauptsterne in der Waage) und weitere Sterne.

Auch die beiden Begleiter von Fomalhaut gehören zu diesem Bewegungshaufen: Fomalhaut B und C sind rote Zwergsterne die 0,9 Lichtjahre und 2,5 Lichtjahre vom Hauptstern Fomalhaut A entfernt sind.

Staubscheibe und Exoplanet

Fomalhaut wird von mehreren Staubscheiben umgeben. Die äußere Staubscheibe bildet einen eindrucksvollen Ring, von dem starke Infrarotstrahlung ausgeht. Der Ring ist 130 AE (Astronomische Einheiten; 1 AE= Entfernung Erde-Sonne = 150 Mio. km) vom Zentralstern entfernt und hat eine Breite von 25 AE. Er ist vergleichbar mit dem Kuiper-Gürtel der Sonne.

 

Staubring um Fomalhaut, beobachtet mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA)
ALMA, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

 

Im Jahr 2008 wurde mit dem Hubble Space Teleskop innerhalb des Staubrings ein Exoplanet entdeckt. Weitere Beobachtungen deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich nur um Trümmer statt eines ganzen Planeten handelt.

 

Exoplanet im Staubring, beobachtet mit dem Hubble Space Teleskop
NASA and ESA, Public domain, via Wikimedia Commons

 

Die Beobachtung von Fomalhaut

Fomalhaut hat eine Deklination von -29,5° und steigt daher in unseren Breiten nur knapp 13° über den Horizont. Durch die geringe Höhe bleiben für eine Beobachtung des Sterns nur etwa 3 Stunden.
Am Abendhimmel kann Fomalhaut von Anfang Oktober bis Anfang Jänner beobachtet werden. Er steht im Süden, knapp über dem Horizont und ist der hellste Stern in dieser Gegend.

Interessant ist die Ähnlickeit der Sternfarbe mit der Wega, Haupstern in der Leier, die derzeit noch hoch am Himmel steht. Mit dem Fernglas können die Farben noch besser verglichen werden.

Ein anderer interessanter Aspekt ist die Helligkeit. Fomalhaut hat eine Helligkeit von 1,15 mag und ist damit heller als der Stern Deneb im Schwan mit 1,25 mag.
Vergleicht man allerdings die beiden Sterne am Himmel, erscheint Deneb deutlich heller als Fomalhaut. Ursache ist die Extinktion, die Lichtabschwächung durch die Atmosphäre. Niedrig stehende Sterne werden stärker in der Helligkeit abgeschwächt als höher stehende Sterne.
Berücksichtigt man die Extinktion, hat Deneb eine Helligkeit von 1,39 mag, Fomalhaut jedoch nur 1,73 mag.

 

Aufsuchkarte Fomalhaut zur Kulmination: 15. November 19.10 Uhr, 30. November 18.10 Uhr,  15. Dezember 17.15, alle Zeiten in MEZ

Aufsuchkarte

 

 


 


Aktualisiert am 15.11.2020

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Karl Vlasich