Brentenriegel-Beobachtungsabend: 24. Mai 2019

Aktivitäten
Beobachtung


Brentenriegel – Augen- Ohren- und Gaumenschmaus

Heidemarie Wilhelmi

 

Die Einladung der BAA zum "Sterne schauen am Brentenriegel"  stand unter einem guten Stern.

Im Laufe der Nacht waren es dann viele Sterne. Die beigefügten Fotos geben einen Eindruck davon. 

 

Vorbereitung:

Gaby und ich beschlossen noch bei Tageslicht, zwecks Aufbau der Beobachtungsinstrumente – ein ED Apochromat von Lacerta auf Skywatcher Montierung, nachgeführt (NEQ3) -  früher zu fahren.

Angekommen, ausgepackt, aufgebaut und das alles bei ziemlich starkem Wind.

 Bei einem Spaziergang wurden noch ein paar Blümchen am Wegesrand fotografiert Zwecks weiterer körperlicher Betätigung wurden noch die wildwachsenden und die die Sternwarte verdeckenden Sträucher mit kleinen(!) Heckenscheren gekürzt.

Mittlerweile in ist auch Alex eingetroffen und hat nach dem Aufbau seines - 15 cm Newton 750 mm Brennweite mit Celestron AVX Montierung und Nachführung tatkräftig mitgeholfen den Wildwuchs zu entfernen.

Dann ging es Schlag auf Schlag. 

 

Teleskope und optische Geräte:

Gabies Ausrüstung: Lacerta 72/432 aus Skywatcher NEQ3

Christians Ausrüstung: Lacerta 72/432 auf Celestron AVX

Günter: Swarovski Spektiv mit Binoansatz

Robert Schulz hatte einen kleinen Refraktor Takahashi FOA-60Q (f/15) auf einer Skywatcher StarAdventurer Montierung dabei.

Wolfgang stellte sein Schmidt-Cassegrain-Teleskop (Meade LX200)  – ist schon am Klang zu erkennen - auf.

Zudem der BAA-Vereinsdopson mit Rockerbox. Viel Fernrohr für wenig Geld – (laut Aussage von Fachleuten).

 

Besucher:

Für  die über 25 astronomisch Interessierten standen daher genügend Einblicke – Ausblicke und Durchblicke zur Verfügung.

Der Überflug der ISS verkürzte uns das Warten auf die Dunkelheit. Eine Misteldrossel zwitscherte vergnüglich, dazwischen ertönten die Rufe eines Kuckucks und die Grillen zirpten.

Die Nacht war entgegen unseren Befürchtungen, windstill.  Kein Lüftchen rührte sich. 

Franz Gruber als BAA-Clubleiter begrüßte die Teilnehmer und umriss das Abendprogramm wie folgt:  Erklärung –> Fragen –> Essen... 

 

Sternenführung durch Alexander Pikhard:

Alexander begann mit der „Nautischen Dämmerung“ - man sieht noch den Horizont, auch blaue Stunde genannt, ging über zur astronomischen Dämmerung.

Mit einem StarWar-Laserschwert hat er den großen Wagen -  fast senkrecht über unseren Köpfen und fantastisch sichtbar - anvisiert um den Polarstern für uns zu finden;

zudem den Lauf der Erde um die Sonne und den Lauf der Planeten entlang der Ekliptik, zu erklären.

Ein Meteor aus dem Gebiet der Ursiden blitzte auf - mit Widerhall von WOW und AAHH bei den Beobachtern.

Das Licht von Arktur, eines roten Riesensternes, braucht 20 Jahre um auf unsere Augen zu treffen. Das Licht von Spica, eines hellen Sterns im Sternzeichen Jungfrau ca. 260 Jahre.

Das sind Dimensionen! Weiter ging es zum Sternbild des Löwen und dem Haar der Berenike. 

Der Nachthimmel, wie aus dem Bilderbuch, zeigte unter anderem die Wega, Deneb und Altair. Die Hauptsterne der Konstellation des  "Sommerdreiecks". 

Die ISS flog nach 90 Minuten wieder über den Himmell. Beobachtet man den Überflug mit einem Fernglas, sind sogar die Sonnensegel und andere markante, durch Medienberichte und -bilder bekannte Strukturen der ISS, erkennbar. 

 

Essen:

Sternderl-Jause ( gespendet von unserem BAA-Mitglied und 1000 Sterne Wirt Günther Neubauer)

Mittlerweile war das Buffet von Günther und seiner charmanten Sternenassistentin aufgebaut und wurde nach Eröffnung durch Franz von den mittlerweile hungrigen Gästen gestürmt.

Nach Stärkung mit veganem Speck, Wurst, Käse, Liptauer, Eiaufstrich, Paprika, Gurke - jede Menge an Getränken, Kaffee und hervorragendem Kuchen, war man wieder bereit für die nächsten Eindrücke.

Jupiter ging auf und war mit 3, später auch mit allen 4 Galileischen Monden beobachtbar. Leider hatte er seinen Großen Roten Fleck (GRF) auf der Rückseite versteckt.

Die Thematik des Roten Flecks in seiner aktuellen Auflösung wurden von Alexander besonders erwähnt.

 

Teleskop-Hopping:

Nach der Sternenführung begann das Wandern von einem Teleskop zum andern.

Es waren so viele Sichtungen, dass hier nur einige angeführt werden können. Beispielsweise der Kugelsternhaufen M13, eine Schönheit, mit seinen Strahlarmen sieht er in etwa aus wie ein dicker Seestern.

An Galaxien die zigarrenförmige M82 und die Spiralgalaxie M81.

Die von Christian durchgeführte Helligkeitsmessung ergab etwa 19-20 mag/arcsec2. Die Messung wurde jedoch durch die Buffetleuchte etwas beeinträchtigt.

 

Besonderheit:

Als ein Schnellzug von Lichtern über den Himmel zog, hoffte ich schon auf Aliens. Jedoch waren es die 60 ersten Satelliten welche Elon Musk einen Tag zuvor zur Errichtung eines Globalen Kommunikationsnetzes in die Umlaufbahn bringen lies.

Die ersten von 12000 (Entschuldigung, ich hatte behauptet es sind nur 1200) die dem Aufbau eines weltumspannenden neuen Internets dienen sollten.

 

Ausklang:

Etwas müde, da gut gegessen und getrunken, habe ich noch mit meinem Fernglas den Lagunennebel, von Alex identifiziert, gesehen.

Die Reihen begannen sich zu lichten. Gaby und ich beschlossen  noch auf den Mond zu warten und wie man auf den Fotos sieht  - wir wurden belohnt.

Wir  hatten wieder eine aufregende, informative und tolle Eindrücke bringende Sternennacht am Brentenriegel.

 

Vielen Dank an alle.   

 

 

Sternenwanderung

 

 

 

 

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Bildautor(inn)en:
a) Gabriele Mitschke: BAA-Report allgemein
a) Robert Schulz : Brentenriegelsternwarte - Jupiter

Aktualisiert am ..

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Dr. Franz Gruber