Roter Mond über Draßburg

Wir bieten
Vor Ort


Eine totale Mondfinsternis ist immer etwas Besonderes, vor allem dann wenn das Wetter mitspielt. Wie dieser Bericht zeigt, kann so ein Ereignis aber auch bei sehr wechselhaftem Wetter zu einem tollen Erlebnis werden. Doch von den Wetterkapriolen am Samstag, 3. März, dem Tag der Mondfinsternis ahnten wir zu Beginn unserer Planungen noch nichts.

Die Planung

Es begann alles bei einer Vorstandssitzung Ende Jänner. Damals beschlossen wir die Durchführung eines öffentlichen Astro-Abend anlässlich der totalen Mondfinsternis Anfang März. Auch der Ort war mit Draßburg rasch gewählt, denn erstens gab es in dieser Gemeinde noch nie eine Veranstaltung von uns (und wir versuchen ja, in möglichst vielen Gemeinden des Burgenlandes die Astronomie bekannter zu machen) und zweitens hielt der Bürgermeister von Draßburg Landtagsabgeordneter Christian Illedits schon bei unserer sehr erfolgreichen Ausstellung "New Horizons" im Burgenländischen Landesmuseum eine Rede und zeigte sich dabei an der Astronomie interessiert.

Die nächsten Wochen wurden mit der konkreten Planung verbracht. Zunächst galt es mal mit der Gemeinde Draßburg Kontakt aufzunehmen. Bürgermeister Illedits war sofort begeistert von der Idee einer Mondfinsternis-Veranstaltung in seiner Gemeinde. Wir fixierten daher auch sogleich die Veranstaltung, und zwar gleich doppelt, einmal am Nachmittag für Kinder und Familien und einmal am Abend zur eigentlichen Mondfinsternis. Dass wir mit Draßburg den richtigen Partner gewählt haben, zeigte sich auch an der ausgezeichneten Vorbereitungsarbeit - von der Bewerbung in der Gemeinde, in der Schule, im Kindergarten und in allen Medien bis hin zur Unterstützung vor Ort vor und während der Veranstaltungen.

Als Veranstaltungsort wählten wir auf Vorschlag der Gemeinde den "Dekan-Stadl". Dieser alte Stadl wurde von seinem Besitzer Herbert Dekan liebevoll hergerichtet und dient nun als Ort für Feiern und Vorträge. Der Stadl wurde im Laufe des Abends von sehr vielen Gästen bewundert.

Der Familiennachmittag

Unser Verein hat ja bereits Tradition bei der Abhaltung von Kinderveranstaltungen. Mit dieser Tradition wollten wir auch diesmal nicht brechen und führten daher von 16 bis 18 Uhr einen Familiennachmittag durch. Einer der Schwerpunkte dieses Nachmittags, die Beobachtung der Sonne mit unseren Spezialgeräten mussten wir leider auf Grund des Wetters absagen. Um 16 Uhr regnete es nämlich in Strömen, und wir hatten eigentlich auch keine Hoffnung mehr für den Abend.

Zunächst gab es jedoch mal großes Gedränge im Dekan-Stadl. Waren doch Vertreter aller burgenländischen Medien (3 Zeitungen, 2 TV-Stationen) fast gleichzeitig über uns "hergefallen". Fotos, TV-Aufnahmen und Interviews wurden quasi im Minutentakt absolviert (siehe Pressespiegel). Ein Höhepunkt war zweifellos auch der Besuch von Landeshauptmann Hans Niessl. Gemeinsam mit dem Bürgermeister übernahm er die Begrüßung und Eröffnung. Dabei zeigte es sich sichtlich begeistert von unseren zahlreichen Aktivitäten. Dankenswerterweise stellte die Gemeinde Draßburg Wurstsemmeln für alle Kinder kostenlos zur Verfügung. Auch alle Getränke während beider Veranstaltungen wurden von der Gemeinde gespendet.

Mit rund 30 Kindern und deren Eltern begannen wir schließlich noch während des Rummels mit unserem Programm, welches aus dem ja bereits allseits bekannten Mondlauf (die Kinder laufen eine bestimmte - diesmal wegen des Wetters sehr kurze - Stecke und wir berechnen aus der gemessenen Zeit die Dauer, die die Kinder mit der gelaufenen Geschwindigkeit zum Mond und zu anderen Himmelskörpern benötigen würden) und aus einer Mal- und Bastelstation bestand. Neben dem Malen von astronomischen Motiven konnten die Kinder auch echte drehbare Sternkarten und Papierraketen basteln. Die Betreuung des Basteltisches lag bei Gisela Weber und Franzi Wechselberger, die neben Gerald Wagner, Manfred Wasshuber und Erich Weber bereits am Nachmittag von BAA-Seite anwesend waren und mithalfen.

Zum Abschluss des Nachmittags begaben wir uns mit unserem Computerplanetarium unter der Leitung von Erich Weber in die Tiefen des Weltalls. Wir landeten auf dem Mond, auf Mars und Saturn sowie sogar auf der Sonne. Dabei vermittelten wir den Kindern spielerisch ein wenig astronomisches Grundwissen. Die Kinder waren so begeistert, dass sie gar nicht heimgehen wollten. Dennoch war um 18 Uhr Schluss, denn wir alle mussten uns ja für den Abend vorbereiten, der Himmel hat nämlich zur Überraschung aller mittlerweile komplett aufgeklart. So konnten wir den Kindern zum Abschied auch noch schnell den Abendstern - die Venus - zeigen.

Die Abendveranstaltung

Als kurz nach 20 Uhr der erste der beiden Vorträge ("Mondfinsternisse" von Erich Weber) begann, hatte sich das Wetter wieder mal geändert. Fast der ganze Himmel war bewölkt und es begann sogar leicht zu regnen. Doch wir ließen uns nicht abhalten und stellten trotz des widrigen Wetters unsere Geräte im Garten vor dem Dekan-Stadl auf. Währenddessen lief im Stadl gerade der zweite Vortrag ("Wie finde ich mich am Himmel zurecht" von Karl Vlasich). Trotz des Wetters war der Saal mit über 40 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt.

Danach sollte eigentlich die Finsternis draußen beginnen. Doch der Mond versteckte sich zunächst einmal hinter den Wolken. So blieb den Gästen nur ein Rundgang durch den inzwischen beeindruckend großen Teleskopwald unserer Mitglieder Robert Schulz (Portaball), Günter Szolderits (Großfeldstecher), Karl Vlasich (Großfeldstecher), Gerald Wagner (gleich zwei Teleskope), Manfred Wasshuber (VC200L), Gerald Wechselberger (ETX 125 und Großfeldstecher), Christian Vass und Viktor Wlaschitz (Dobson). Als dann doch einige Sterne sichtbar wurden, startete Karl Vlasich mit den Gästen einen Himmelsrundgang.

Knapp bevor der Mond begann in den Kernschatten der Erde einzutauchen, begab er sich auch wieder hintern den Wolken hervor. Von nun an war es ein Wechselspiel zwischen vor und hinter den Wolken, die wesentlichen Phasen der Finsternis konnten wir allerdings gut beobachten. Das Wechselspiel fand aber nicht nur am Himmel sondern auch auf der Erde statt, viele Gäste wechselten zwischen dem warmen Stadl mit den Getränken und dem Garten mit den Teleskopen hin und her. Im Stadl lief die gesamte Zeit eine Echtzeit-Animation der Mondfinsternis, sodass sich alle Gäste gemütlich von der Bar jederzeit über den Stand der Finsternis informieren konnten.

Auch als die Totalität begann, war das Wetter unverändert veränderlich. Die noch immer zahlreich vorhandenen Gäste staunten über den tollen Anblick des verfinsterten, dunkelrot scheinenden Mondes. Nun war die Spannung vorbei und die Veranstaltung ging dem Ende zu. Die letzten Gäste verließen mit den Gastgebern gegen 1.30 Uhr den Stadl.

Resümee

Unsere Mondfinsternis-Veranstaltung in Draßburg war ein großer Erfolg, wenn auch das Wetter nicht die ganze Zeit mitspielte. Zumindest konnten wir aber die einzelnen Phasen der Finsternis recht gut verfolgen. Neun Geräte unserer Mitglieder standen dafür zur Verfügung.

Neben dem astronomischen war es auch ein organisatorischer Erfolg. Sowohl beim Kindernachmittag als auch am Abend war der Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Unter den zahlreichen sehr interessierten Gästen waren auch Landeshauptmann Hans Niessl, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Christian Illedits sowie einige Gemeinderäte aus Draßburg und den umliegenden Gemeinden. Weiters konnten wir einige Medienvertreter (3 Zeitungen, 2 TV-Stationen) und mit Peter Bauer auch ein Vorstandsmitglied der Burgenländischen Landessternwarte begrüßen.

Unser Dank gilt der Gemeinde Draßburg mit Bürgermeister Christian Illedits an der Spitze für die optimale Betreuung, dem Ehepaar Dekan für die Gastfreundschaft in ihrem Stadl sowie allen unseren (im Artikel genannten) Mitgliedern, die mit vollen Einsatz für das tolle Gelingen dieser Veranstaltung gesorgt haben.

> Pressespiegel


Aktualisiert am 25.03.2007

© BAA
 

Erich Weber