Namibia 2016/1 Es gibt immer was zu tun! Teil II

Sonstiges
Berichte


 

7.5.:

Christoph befindet sich ab heute in der Dachdeckungsentwöhnungsphase. Zur Milderung der Entzugserscheinungen nimmt er noch verschiedene kleinere Nacharbeiten vor. Dann beginnen wir mit dem Zusammenbau der Stromversorgungsbox für die WAA-Sternwarte. Sie enthält zwei Netzteile, eines für die QHY8Pro, die alleine bei voller Kühlung 4 Amp benötigt. Das Zweite dient der Versorgung aller anderen Stromverbraucher (Montierung, Fokussierer, etc.). An der Außenseite der Box ist eine lange Steckerleiste für 220V montiert. Sämtliche Steckerverbindungen sind solide XLR-Stecker, die auch bei häufigem Gebrauch gute Kontakte bieten und dem feinen namibischen Sand widerstehen sollten.

Am Abend macht uns das Einsüden der CGE Probleme, da die vorhandenen Joysticks partout nicht von der Steuersoftware NexRemote erkannt werden. Christoph plagt sich daher mit dem Polaralignment auf der Leiter stehend und den Laptop in Händen haltend ab. Am nächsten Tag erfahren wir, leider  zu spät, von den Kochs, daß sie einen Reserve-Handcontroller mit der neuesten Software inklusive Polar Alignment Routine mithaben.

Dann plage ich mich lange mit dem Deltagraphen, wo nun der Backfokus paßt und auch die Fokussierung hinhaut, aber die Sterne wollen und wollen nicht über das ganze Bildfeld gleich gut abgebildet sein. Gegen Mitternacht verschiebe ich die Fehlersuche auf morgen, denn ein paar Aufnahmen wollen doch noch gemacht werden. Ich nehme M 16, 17 und 18 als Motiv mit der modif. 760D und dem Nikon ED 180/f2.8. Diese Messier-Objekte liegen eingebettet in einer HII-Region, die größer als das Bildfeld und für sich alleine prachtvoll ist. Während diese Serie läuft, nehme ich auf Christophs LX 200 wieder Mars auf.

 

8.5.:

Am Nachmittag stellen wir zunächst die Strombox fertig und wenden uns dann unserem Sorgenkind namens Deltagraph zu. Wir bemühen uns mit einem selbstzentrierenden Laser-Kollimator eine möglichst exakte Kollimation des Gerätes zu erreichen, um einmal das als mögliche Fehlerquelle ausschließen zu können. Ebenso wird nochmals der genaue Backfokus geprüft. Nach dem Abendessen beginne ich mit Testaufnahmen, bei denen sich immer mehr herauskristallisiert, daß es sich um ein Verkippungsproblem handeln dürfte. Um das wirklich in den Griff zu bekommen, werden wir nicht umhinkommen eine sog. CTU (Camera Tilt Unit) zu erwerben und einzubauen. Dabei handelt es sich im Prinzip um zwei Metallplatten, die mit Zug- und Druckschrauben gegeneinander verkippbar sind. An der einen Platte ist die Camera befestigt und die andere am Okularauszug.

Inzwischen steht Mars bereits sehr hoch und ich nehme einige Videofiles mit meinem C11 Edge HD auf, das über eine deutlich bessere Abbildungsleistung als das LX200 verfügt, leider aber über keinen Motorfokussierer. Das Scharfstellen mit der Hauptspiegelfokussierung wir so zur wahren Zitterpartie, vor allem wenn ich die Brennweite mit dem FFC von Baader deutlich erhöhe. FFC ist die Abkürzung für Fluorit-Flatfield-Converter, den Christoph von einem Freund geliehen hat. Der FFC ist so etwas wie eine Super-Barlowlinse mit 2 Fluoritelementen in der Optik. Das ergibt ein ebenes Bild mit extrem hoher Auflösung. Mit Zwischenringen läßt sich der Vergrößerungsfaktor von 3x bis 8x einstellen. Ein kleines Problem stellte sich ein, denn am Bild zeigten sich einige Donuts (Schatten von Staubkörnern), was ich zum Anlaß nahm, am nächsten Tag das Camerafenster zu inspizieren und zu reinigen. Warum das keine Abhilfe brachte folgt im morgigen Bericht. Ich behalf mir damit, Mars immer zwischen den Donuts an Chip zu plazieren.

Während des Abends ließ ich mit der Moravian G2-8300 am William FLT98 mit Reducer zwei Serien von Eta Carinae mit Luminanz und Halpha laufen, Teil eines Projektes, das ich mir mit Christoph vorgenommen habe.

 

9.5.:

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des zu Mittag beginnenden Merkurdurchganges. Hier bewegt sich die Sonne im Norden von Ost nach West, was viele Erstbesucher der Südhalbkugel glauben läßt, sie bewege sich hier von Westen nach Osten. Ich beobachte mit dem Refraktor, visuell mit dem Herschelprisma und dem Solar Continuum Filter, bzw. kommt zwischendurch die ASI dran. Mit der DSLR komme ich mit dem Herschelkeil nicht in den Fokus und verwende daher ein Thousand Oaks Glassonnenfilter. Bis in den Nachmittag hinein beobachte ich den Durchgang, dann verschwindet die Sonne hinter der Dachkante der Sternwarte.

Am Abend fotografiere ich wieder Eta Carinae, diesmal mit der modif. 760 D mit 60mm Optik, um auch das von der Milchstraße geprägte Umfeld Ata Carinae zu zeigen.

Zweites Ziel ist mit der gleichen Optik der Kohlensack, einmal mit dem OWB-Filter und einmal mit IR-Filter. Damit will ich Vergleiche anstellen, wie tief man im nahen Infrarot in den Staub hineinsehen kann.

Auch Mars steht an diesem Abend wieder am Programm und wieder ärgern mich die Donuts, obwohl ich die Camera peinlich genau gereinigt habe. Dann kommt die Erleuchtung. Der FFC hat keine Staubschutzkappen und so konnte sich auf der okularseitigen Linse eine Menge Staub ansammeln, der sich dann wunderschon am Chip abbildet. Eine gründliche Reinigung beseitigt auch dieses Übel.

Nun ist es Zeit auf das mit Christoph geplante „Projekt Eta Carinae“ zurückzukommen. Vor einiger Zeit stieß ich im Internet auf das „Handbook of Star Forming Regions“, das von Bo Reipurth, einem Astronomen an der Universität Hawaii, editiert wurde und im Verlag der Astronomical Society oft the Pacific 2008 erschienen ist. Eine Vielzahl an Astronomen handelt in gesondert verfaßten Papers die einzelnen Sternentstehungsgebiete der nördlichen und südlichen Hemisphäre ab. Jeder Hemisphäre ist ein Band mit über 800 bzw. 1000 Seiten gewidmet. Die beiden Bände können von der Astronomical Society oft he Pacific  https://www.astrosociety.org bezogen werden. Jeder Band kostet gedruckt und als e-Book USD 80.--, Volume I, mit einem Titelbild von Johannes Schedler, hat einen Umfang von 1023 Seiten und Volume II einen solchen von 890. Man kann sich aber beide Bücher nahezu vollständig aus dem Internet zusammensuchen. Die meisten Papers lassen sich über das ADS der NASA mit der Sucheingabe „Handbook of Star Forming Regions“ finden und kostenlos herunterladen. Eines der Papers behandelt auch den Carina Nebel (The Carina Nebula: A Laboratory for Feedback and Triggered Star Formation http://arxiv.org/pdf/0809.5081v1.pdf).

Das abstract der Arbeit lautet:

The Carina Nebula (NGC 3372) is our richest nearby laboratory in which to study feedback through UV radiation and stellar winds from very massive stars during the formation of an OB association, at an early phase before supernova explosions have disrupted the environment. This feedback is triggering new generations of star formation around the periphery of the nebula, while simultaneously evaporating the gas and dust reservoirs out of which young stars are trying to accrete. Carina is currently powered by UV radiation from 65 O-type stars and 3 WNH stars, but for most of its lifetime when its most massive star (η Carinae) was on the main-sequence, the Carina Nebula was powered by 70 O-type stars that produced a hydrogen ionizing luminosity 150 times stronger than in the Orion Nebula. At a distance of 2.3 kpc, Carina has the most extreme stellar population within a few kpc of the Sun, and suffers little interstellar extinction. It is our best bridge between the detailed star-formation processes that can be studied in nearby regions like Orion, and much more extreme but also more distant regions like 30 Doradus. Existing observations have only begun to tap the tremendous potential of this region for understanding the importance of feedback in star formation --- it will provide a reservoir of new discoveries for the next generation of large ground-based telescopes, space telescopes, and large submillimeter and radio arrays.

Wir haben uns nun zum Ziel gesetzt mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln (Teleskope bis 16 Zoll Öffnung und 2800mm Brennweite sowie CCD-Cameras mit Empfindlichkeiten im Bereich von ca. 350-1000nm) die in der Arbeit wiedergegebenen astrophysikalischen Erkenntnisse nachzuvollziehen. Derzeit arbeiten wir im kurzbrennweitigen Bereich in den Spektralbereichen LRGB, Ha, Hbeta, OIII, SII und IR.

Ob wir dieses Projekt heuer noch zu Ende bringen, steht wahrlich in den Sternen, denn bei unserem Wiederkommen Ende August steht Eta Carinae schon sehr tief und mit f10 am C11 mit 2800 mm fotografieren erfordert lange Belichtungszeiten. Anders lassen sich aber Details in den Nebelstrukturen nicht darstellen. Andererseits ging auch viel Aufnahmezeit durch Schlechtwetter und die Probleme mit dem Deltagraphen verloren.

 

10.5.:

Am Nachmittag kopple ich zunächst die EQ8 über EQMOD mit dem PC und Starry Night Pro 7 (SNP7) und teste alle Einstellungen. Weiters beginne ich mit dem Verfassen einer Gebrauchsanleitung für EQMOD und einen Sternwarten-Guide als Behelf für mit den Einzelheiten nicht vertraute Nutzer der Anlage. Dann mache ich die Sternwarte betriebsfertig, denn ich will die Zeit gleich nach Ende der Dämmerung für ein paar Ha-Aufnahmen des Pferdekopfnebels nützen. Nach 9 Aufnahmen muß ich abbrechen, denn Orion verschwindet unter der Wandkante der Sternwarte.

Die weitere Tätigkeit an diesem Abend ist die (vermeintliche) Anfertigung von IR-Aufnahmen von Eta Carinae. Vermeintlich deshalb, weil ich erst am letzten Tag bemerke, daß ich in Maxim DL in der Camerasteuerung vergessen habe, in der Filterliste auch das Hbeta-Filter einzutragen, womit in der Steuerung des Filterrades alle anderen Filter (OIII, SII und IR) um eine Position nach vorne gerückt sind. Ist also das IR-Filter gewählt, so steht tatsächlich erst das SII-Filter im Strahlengang. Tja, wieder einmal nur vertraut, statt einmal mehr kontrolliert.

 

11.5.:

Am Nachmittag heißt es Abschied nehmen vom Ehepaar Claudia und Horst Koch, die schon viele Male mit uns gleichzeitig auf Hakos waren und zu liebgewonnenen Freunden wurden. Nächstes Jahr soll ihre direkt neben der WAA-Sternwarte noch zu errichtende Sternwarte bezugsfertig sein, eine kleine deutsch.österreichische Kolonie.

Den Nachmittag verbringe ich mit dem Verfassen der vorerwähnten Anleitungen und dem Umbau der Geräte. Die QHY soll an das C11 mit Reducer für Farbaufnahmen von Eta Carinae mit knapp über 1700mm Brennweite. Dann soll ein Tausch der Camera gegen die Moravian für Aufnahmen in Ha, OIII, SII und IR erfolgen. Doch daraus wird nichts, denn nach dem Abendessen versperrt uns dichte Bewölkung die Sicht auf den Himmel. So gibt es Heimabend mit Bericht schreiben, Internet-Recherche und Lesen.

 

12.5.:

Über Nacht gab es einen Wetterumschwung. Es ist deutlich kälter und vor allem geht starker Wind, aber es ist klar. Heute Nacht will ich das Projekt Eta Carinae vorantreiben und zunächst mit der QHY am C11 mit dem Reducer die Zentralregion aufnehmen. Parallel dazu soll die Canon mit 60mm Objektiv auf der EQ8 ein Milchstraßenpanorama machen. Was gut geplant und vorbereitet war, scheitert dann am Wetter. Als ich nach über einer Stunde zum C11 zurückkomme, das inzwischen 15x5min Aufnahmen gemacht haben sollte, muß ich feststellen, daß ab ca. der 5. Aufnahme Bild für Bild schlechter wird. Des Rätsels Lösung findet sich schnell. Die Schmidtplatte ist völlig zugetaut. So etwas habe ich in 12 Jahren Hakos und 11 Aufenthalten hier noch nicht erlebt. Wenig später ist auch die Optik der Canon zu und auch bei Christoph rinnt das Wasser von den Geräten. Auch das Seeing ist so elend, daß es keinen Sinn macht sich wieder an Mars zu versuchen. Um Mitternacht ist wasserbedingt Ende und wir schließen die Sternwarten. Übrigens war es der erste Abend, an dem die Daunenjacke zum Einsatz kam.

 

13.5.:

Heute steht die letzte Beobachtungsnacht vor uns, denn am Samstag nachmittags geht es auf zum Flughafen und am Abend zurück nach Frankfurt. Ich fotografiere nun die gestern wegen Taus abgebrochene Serie am C11 und parallel dazu WW-Aufnahmen der Milchstraße mit dem auf 24mm eingestellten Nikon-Zoom.

Gegen Mitternacht beginne ich mit dem Aufräumen der Sternwarte und dem Verstauen der Geräte, damit ich morgen vor unserer Abreise möglichst wenig zu tun habe.

 

14.5./15.5.:

Unsere Rückreise gestaltet sich zu einem Wechselbad der Gefühle, einem ständigen Schwanken zwischen heiß und kalt. Unsere Fahrt mit Waltraud von Hakos zum Flughafen Hosea Kutako verlief wie gewohnt problemlos mit ausreichender Zeitreserve. Am Flughafen angekommen stand vor dem Condor Check-In eine Schlange mehr als 50m bis zum Eingang in die Abflughalle. Nach wenigen Minuten stellte sich heraus, daß auch Premium Economy-Passagier am Business Class Schalter einchecken dürfen, also doch nur eine kurze Schlange für uns. Wegen eines um eine Stunde nach hinten verschobenen Abfluges der Maschine, standen wir aber gut 1 ½ Stunden vor dem geschlossenen Check-In. Dann eröffnete uns ein Mitarbeiter der Condor, es sei aus auch ihm nicht näher bekannten Gründen statt der Condor-Maschine ein gecharterter Airbus A340 der HyFly geschickt worden, der jedoch über keine Premium Economy verfüge, weshalb wir die Preisdifferenz zurückerstattet erhielten. Darob einigermaßen verärgert kam dann eine überaus angenehme Überraschung, denn die Sitzreihe 4, der wir zugeteilt worden waren, entpuppte sich als Business-Class, und das ohne Aufpreis. So verbrachten wir einen angenehmen Nachtflug nach Frankfurt, wo wir um 06:30 landeten. Wir meinten genügend Zeit zu haben, um unseren Weiterflug nach Wien um 07:50 erreichen zu können. Christoph und Monika gelang dies auch, doch mir kam deutsche Bürokratie in Kombination mit unglaublicher Dämlichkeit dazwischen, sodaß ich erst um 09:50 nach Wien weiterfliegen konnte.

Obwohl der Security-Check in Windhoek sehr gründlich war – meine gesamte fotografische Ausrüstung wurde eingehend inspiziert – müßten wir in Frankfurt nochmals eine Sicherheitskontrolle absolvieren, denn wir betraten EU-Boden, auf dem wir noch nicht kontrolliert worden waren. Brüssel läßt grüßen.. Deutsche sind offenbar genetisch bedingt besonders gründlich und EU- gehorsam, zumindest manche, vor allem, wenn sie ein Amtskappel aufhaben. Da der Sprengstoffbestandteilteststreifen, welch grausliches Wort, bei meinem Alukoffer mit der Moravian CCD drinnen nun plötzlich bei der 4. Kontrolle auf dieser Reise irgend etwas anzeigte, wurde ich in einen gesonderten Kontrollraum gebeten, wo nochmals der Teststreifen über den Koffer gezogen wurde, in ein Meßgerät kam und dieses einige Sekunden später wieder irgend etwas Seltsames anzeigte. Das erforderte lt. Vurschrift den Einsatz der Bundespolizei, die geschlagene 35 Minuten auf sich warten und mich meinen Anschlußflug versäumen ließ. Während der Wartezeit konnte ich psychologisch Interessantes wahrnehmen. Die weiblichen Security-Mitarbeiterinnen waren von ausgezeichneter Freundlichkeit und Höflichkeit und, obwohl selbst im Auftrag der Bundespolizei tätig, ließen sie sehr klar erkennen, daß sie das Wartenlassen der Passagiere gelinde gesagt als Frechheit empfinden. Ganz anders deren männliche Kollegen, die zunächst mit eingelernten Stehsätzen versuchten jegliche Verantwortung von sich auf die da oben abzuschieben, um dann einfach zu verschwinden und ihre Kolleginnen im Regen stehen zu lassen. Wenn schon solche Kontrollen stattfinden, dann muß auch bei einem ersten positiven Testergebnis sofort an der Kontrollstelle ein Bundespolizist anwesend sein und nicht erst nach mehrmaligen telefonischen Urgenzen mit erheblicher Zeitverzögerung antraben.

Als dann endlich ein junger, dafür unrasierter und ruppiger Polizist erschien, glaubte ich ein neues Kapitel der „Schildbürger“ werde geschrieben. Der Originaltitel hieß übrigens treffend „Das Lalenbuch. Wunderseltsame, abenteuerliche, unerhörte und bisher unbeschriebene Geschichten und Taten der Lalen zu Laleburg“. Daß ich dank seines „raschen“ Einschreitens meinen Anschlußflug versäumen würde, ließ ihn völlig kalt. Was kann sich auch ein von Steuergeldern entlohnter wichtiger Beamter um solche Kleinigkeiten kümmern. Doch dann hatte ich das heimliche Vergnügen auf meiner Seite. Was eine astronomische CCD-Camera mit Filterrad ist – sieht mit etwas Phantasie wie eine Tellermine aus – kommt in der Ausbildung für den höheren Polizeidienst offenbar nicht vor. Angesichts des Gerätes wechselte der Gesichtsausdruck von gleichgültig-präpotent auf dämlich und ahnungslos. Es war deutlich zu sehen, wie die Zahnräder unter dem Amtskappel knirschten, galt es doch zwischen zwei Möglichkeiten zu wählen und Entscheidungen zu treffen, was Beamten oft besonders schwer fällt. Läßt er mich gehen, dann ist die Sache schnell vorüber und das Risiko von Haftungen gering. Wird aber eine hochnotpeinliche und aufwendige Untersuchung angestellt und dann kommt außer einem CCD-Chip mit Elektronik in einem Metallgehäuse und ein paar Filtern nichts Sprengendes zu Tage, so ist das nicht nur eine Blamage sondern könnte eventuell auch noch etwas kosten. Also konnte ich den Kofferdeckel nach 2 Minuten Polizeiintervention ohne weitere Untersuchungen des Inhaltes wieder zuklappen und meines Weges gehen. Dieser wurde dann schweißtreibend, denn mit dem ganzen Handgepäck ca. 500m zum Gate, festgestellt das Flugzeug ist weg, 500m zurück zum Lufthansa Serviceschalter zum Umbuchen und wieder zurück zum Gate war nicht gerade spaßig. Mit zweistündiger Verspätung kam ich schließlich wohlbehalten in Wien an. Doch aufgrund dieses Erlebnisses werde ich mit dem Flughafen Frankfurt noch ein juristisches Hühnchen rupfen.

Wer eine Reise tut, der hat was zu erzählen, viel Interessantes und Erfreuliches, manch Skurriles und manch Ärgerliches. Also bin ich schon gespannt was unsere nächste Reise nach Hakos Ende August alles bringen wird.

Auch nach 12 Jahren und inzwischen 11 Besuchen auf Hakos hat die Landschaft nichts an Reiz verloren. Daher zum Abschluß ein paar stimmungsvolle Bilder.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewitterwolken mit Fallstreifen über den Hakosbergen

 

 

 


Aktualisiert am 24.05.2016

© BAA
 

Dr. Thomas Schroefl