From Sun with Love (Sunspot AR2529)

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1220 Wien,     Lat. 48°14´31´´ N    Long. 16°25´34´´ E

Datum:             13.04.2016

Zeit:                 11:00 bis 12:00 MESZ

Instrument:      Zeiss AS 130/1950mm, ASI 120 MM-S, Lacerta Hersche Prisma, Baader Solar Continuum Filter

 

Obwohl ich mir schon vor ca. einem Jahr eines der ersten neuen Herschel Prismen von Lacerta zugelegt habe, kam ich erst heute dazu es, abgesehen von ein paar schnellen Blicken, ernsthaft einzusetzen. Für Sonne, Mond und Planeten verwende ich nun sehr gerne den vor einem Jahr restaurierten Zeiss-Refraktor (http://www.waa.at/bericht/2015/03/20150323sfl00.html) , denn er gibt ein unübertroffen scharfes und kontrastreiches Bild und hat mit f15 bei 130mm Öffnung rund die doppelte Brennweite der heute üblichen APO-Refraktoren gleicher Öffnung.

Lacertas Herschel Prisma verwendet nicht wie sonst üblich ein 90°-Prisma, sondern ein solches mit Brewster-Winkel (näheres dazu bei https://de.wikipedia.org/wiki/Brewster-Winkel). Das hat zur Folge, daß das durchgelassene Licht zu nahezu 100% linear polarisiert ist. Das aus dem Prisma austretende und noch deutlich zu intensive Licht wird zunächst mit einem ND3-Filter gedämpft. Anschließend passiert es ein drehbares Polarisationsfilter womit die Intensität stufenlos reguliert werden kann. Als letztes Glied in der Kette habe ich noch ein Solar Continuum-Filter von Baader eingesetzt. Dieser läßt nur einen schmalen Bereich im Grünen um 540nm durch, was einerseits kontrasterhöhend wirkt und Seeing bedingte Unruhe dämpft.

Seit ein paar Tagen ist der Sonnenfleck AR 2529 zu sehen. Er ist dermaßen groß, daß er z.B. bei Sonnenuntergang oder tagsüber mit einer Sofi-Brille freisichtig wahrnehmbar ist. Alleine der Durchmesser der Umbra ist größer als die Erde, Umbra und Penumbra zusammen haben ca. den dreifachen Erddurchmesser. Wegen seiner auffälligen Herzform wird er bereits Sun's Giant 'Heart' Sunspot genannt und ein Fotograf hat seine Aufnahme „Giant sunspot sends its love to planet Earth“. Meinem Bericht habe ich den Titel „From Sun with Love“ gegeben (James Bond Fans werden das verstehen).

Für Sonnenflecken gibt es kein einheitliches Namens- oder Nummerierungssystem. Es werden lediglich aktive Regionen (AR) mit fortlaufenden Nummern versehen, wobei solche Regionen mehrere Sonnenflecken enthalten können. Das derzeitige Nummerierungssystem begann am 5.1.1972 mit der Nummer 1. Am 14.6.2002 wurde die Zahl 10000 erreicht. Aus praktischen Rechengründen werden nur vierstellige Zahlen verwendet. AR 2529 ist daher AR 12529. Verschwindet eine langlebige AR auf der Rückseite der Sonne, kehrt aber wieder, so erhält sie eine neue Nummer.

Das mit der ASI aufgenommene Bild habe ich meinem nun üblichen Workflow (PIPP, Autostakkert!2 und Registax 6) unterzogen und im s/w-Bild annähernd maßstabsgetreu zum Vergleich die Erde eingeblendet.

Die Farbversion habe ich mit PS CS5 koloriert. Besonders freut mich die Tatsache, daß es mir gelungen ist die Granulation der Sonnenoberfläche herauszuarbeiten.

 

 

 

 

 

Aktualisiert am 16.04.2016

© BAA
 

Dr. Thomas Schroefl