MoFi 2015 Beobachtungsbericht trotz Hund und Wolken

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Hi,

anbei mein Beobachtungsbericht, viel Spaß beim Lesen!

Geplant war, vom Brentenriegel aus zu beobachten, da jedoch um 15:00 Uhr in Kalkgruben (der Nachbarortschaft) die Himmel vollständig bedeckt war, begann ich auf metoeblue zu recherchieren: https://www.meteoblue.com/de/wetter/vorhersage/seeing/brenntenriegel_%c3%96sterreich_2781413

Das Wetter sollte weiter im Süden besser sein, daher entschied ich mich, in der Nähe von Hartberg zu beobachten.
Nach einiger Suche hatte ich einen Beobachtungspunkt bei Staudach gefunden, von dem man sehr gute Sicht nach Westen hatte - das war ja wichtig, da ich die MoFi bis zum Untergang des Mondes verfolgen wollte.

Um 20:00 Uhr war das ED80 auf Vixen Porta und das Stativ für die Canon 100D mit 250mm Zoom auf einer Wiese aufgebaut und das Warten begann.
Der Mondaufgang war noch sichtbar ansonsten war leider auch hier der Himmel vollständig bedeckt. (siehe IMG_0907.JPG)

Um 21:00 kam der Besitzer der Wiese vorbei und ich erklärte, was ich mache - ja, ist kein Problem, dass ich hier beobachte.
Ich erklärte ihm noch dass es ab 3 Uhr Früh interessant wird und er ja gerne herkommen und durchs Teleskop schaun kann => BAA Bildungsauftrag erfüllt! ;)
Naja, er hat dann gemeint dass er da wohl schon schlafen wird.

Da es wg. des bedeckten Himmels nichts zu sehen gab, setze ich mich ins Auto und vertreibe mir mit Facebook, Internet und EMail die Zeit.
Eine Bekannte beobachtet von Wien aus und wir kommunizieren, wann man wo was sehen kann.
Scheinbar waren die Bedingungen in Wien recht gut - zum Glück bin ich 1 Stunde "in den Süden" gefahren.

Pfuh...ganzschön kalt wenn man nichts tut.
Zum Glück liegen Daunenhose und Jacke daheim...im Auto schlafen ist auch nicht so romantisch und angenehm, wie das in den Filmen immer dargestellt wird.
Wecker wird auf 2:30 gestellt und ab 22:00 versuche ich zu schlafen, weil es ja eine lange Nacht wird.
Zwischendurch wird man natürlich immer wieder wach - Himmel ist jedoch bedeckt also nicht viel zu tun.

Um 2:30 Uhr werde ich durch den Wecker aus dem unentspannenden Schlaf geweckt - der Himmel ist noch immer bedeckt.
Ich überlege, was denn nun am besten zu tun sei...wo anders hin fahren? Ob es dort besser ist?

Lt. Wetterbericht ist derzeit wolkenloser Himmel am Beobachtungsort - blöderweise hält sich der Himmel da überhaupt nicht dran.

Recht kalt ist es auch.
Der Mond scheint kurz durch eine Wolkenlücke, ich steige aus, um mit dem Fernglas zu beobachten.
Mitten in der Nacht stehe ich also auf der Wiese im Dunkeln - plötzlich 10 Meter hinter mir ein lautes Bellen und Knurren!!
Ich springen aus dem Stand 2 Meter nach vorne, schimpfe und knurre laut zurück.
Zum Glück weiß der Hund nicht, dass ich viel mehr Angst vor ihm habe als er vor mir und haut tatsächlich ab.
Kalt ist's mir jetzt aber nicht mehr.

Wow - die Wolkendecke reißt auf.
Im Osten kann man die sehr helle Venus sehen, Richtung Zenit sind Plejaden, Orion und Stier gut sichtbar.
Wunderschöner Sternenhimmel eigentlich - nur nicht dort wo der Mond steht, dort sind Wolken.

Mit dem Fernglas schau ich mir M42 an - beeindrucken - sicher meine beste Beobachtung von M42 bei Vollmond. :)
Auch vom Trapez kann ich 3 Sterne erkennen, Bildstabilisierung vom Canon 8x25 IS ist eine tolle Sache.

Etwas später ist es dann zum Glück so, dass sich immer wieder Wolkenlücken auftun und ich zwischendurch Fotos machen kann (siehe Anhang)
Ich finde es immer besonders beeindruckend, wenn der Mond wieder aus dem Kernschatten der Erde austritt und am Rand "glüht" - sieht visuell meiner Meinung nach noch viel besser aus als auf den Fotos!

So harre ich aus bis zum Beginn der Dämmerung und Monduntergang.
Venus steht nun schon recht hoch und Kastor & Polux sind auch schon hoch im Osten.
Müde, aber froh doch etwas gesehen zu haben verstaue ich das ganze Zeug im Auto und fahre heim.

Danke fürs Lesen + CS,
Hannes

 

  


Aktualisiert am 01.10.2015

© BAA
 

Hannes Biribauer