Exobiologie BAA-Interview mit Dr. Leitner

Sonstiges
Interdisziplinäres


BAA:

Herr Dr. Leitner, als international tätiger Astro-Biologe sind Sie ein renommierter Ansprechpartner für Fragen nach außerirdischen Lebensformen.

Wo sind sie oder vielleicht, wo nicht?  Gibt es diese überhaupt?

 

Dr. Leitner:

Nun ja, dann wollen wir mal kurz nachrechnen.

(1) Zwischen 100 und 400 Milliarden Sterne sind in unserer Milchstraße beheimatet.

(2) Das ist nur eine von hundert Milliarden Galaxien die in den Weiten des Universums ihren Platz haben.

(3) Schätzungen gehen von 100 Billionen Planeten in unserer Galaxis aus.

(4) Selbst in pessimistischen Szenarien bleiben immer noch Milliarden von Planeten ähnlich unserer Erde.

(5) Dies ergibt:  Milliarden „zweiter Erden“.

 

Conclusio:

Wie vermessen wäre es, angesichts einer solchen Anzahl anzunehmen, unsere Erde sei der einzige Planet, welcher höheres Leben hervorgebracht hat.
 
Carl Sagan hat diesen Sachverhalt treffend in seinem Roman Contact formuliert: „Wenn wir wirklich allein sind, wäre das nicht eine riesige Platzverschwendung?“.

BAA:  Suchen Sie nach ET´s, die zu uns telefonieren wollen?  Was sind Ihre Forschungsschwerpunkte?

Dr. Leitner:

Obwohl für viele Menschen der heilige Gral der Astrobiologie im Nachweis intelligenter Lebewesen außerhalb der Erde gesehen wird, ist für mich als Astrobiologe diese Frage in der heutigen Zeit nicht die drängendste.

Lebens- und Umweltbedingungen für die Entstehung und Entwicklung von Leben auf den Planeten unseres Sonnensystems, den Eismonden und insbesondere auf extrasolaren Planeten bilden mein hauptsächliches Arbeitsgebiet.

 In den letzten Jahren war die Astrobiologie primär durch die Modellierung, die Berechnung von Computermodellen, bestimmt.

 Viele Kollegen und auch ich gehen heute auch noch einen anderen Weg.

Experimentelle Astrobiologie, wo im Labor verschiedenste Fragestellungen direkt erforscht werden können.

Beispielsweise,  indem wir die Umweltbedingungen auf anderen Planeten nachbilden und forschen, ob es unter diesen Bedingungen Leben geben könnte.
Leben, wie wir es von unserem Heimatplanten her kennen, aber vielleicht auch ganz andere Lebensformen.

Eines ist mittlerweile erwiesen:

Die Entstehung der Bausteine des Lebens ist relativ einfach. So einfach, daß es für mich unvorstellbar wäre, gäbe es da draußen kein Leben.

 

BAA: Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Leitner, die Burgenländischen Amateur Astronomen freuen sich schon jetzt auf Ihren Vortrag.

 

Clubabend
Die Suche nach außerirdischer Intelligenz
(Mehr als) 50 Jahre SETI - Die Suche nach außerirdischer Intelligenz - Wo sind sie?

Vor mehr als 50 Jahren wurde das erste moderne SETI Experiment gestartet. Doch auch heute ist diese wohl wichtigste Frage der Menschheit - Sind wir allein? - unbeantwortet und es werden große wissenschaftliche Anstrengungen auf die Suche nach intelligentem Leben im All aufgewendet. Wie stehen die Erfolgschancen für ein solches Unterfangen und was steckt hinter dem WOW Signal aus dem Jahre 1977.

Darüber wird uns Herr Mag.Dr. Johannes Leitner, von der SCI.E.S.COM in seinem Vortrag mit anschließender Diskussion berichten.

Siehe auch weitere Infos:
Weitere Infos

Region Burgenland (Österreich)
Was Vortrag
Wann 04.09.2015, 19:30 Uhr
Wo Bad Sauerbrunn, Café Restaurant Neubauer
Wer Burgenländische Amateur Astronomen (BAA)
Kontakt Franz Gruber, franz.gruber@natscience.at,
Termin bearbeiten

Aktualisiert am 08.07.2015

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Franz Gruber