Oh! It´s a Zeiss! First Light

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Dr. Franz Gruber: "Im Jänner 2015 erreichte mich die e-mail eines Hobby-Aufgebers, welcher seine astronomische Verlassenschaft zum Kauf anbot. Ich dachte mir: "Wieder so ein Gerümpelhaufen".

Das beigefügte Foto einer selbstgebauten Observatoriumskuppel lies mich an Sondermüll denken. Als pflichtbewußter Clubleiter, habe ich dann doch das vermeintliche Müll-Angebot über den BAA-mail Verteiler weitergeleitet.

Wie war ich überrascht, als mich einige Zeit später freudestrahlend Dr. Thomas Schröfl informierte, daß er in diesem astrotechnischen Antiquariat ein wahres Juwel fand. Ein wenig lädiert und vernachlässigt, aber der Mühe einer Restauration wert.    

So ganz habe ich es aber trotzdem nicht geglaubt und bin deshalb seiner Einladung zum First Light in der Buckligen Welt gerne nachgekommen.

Siehe da: "Brillanz, Brillanz"  durchflutete meine Pupille. Venus in perfekter Phase, Mondkrater dreidimensional, Jupiter mit seinen Bändern von atemraubender Schärfe. Jetzt verstehe ich seine Freude. "

 

Dr. Thomas Schröfl: "Oh! It´s a Zeiss! Ein wahr gewordener Traum."

 

Mag. Jürgen Stöger: "Ich war gespannt auf das First-Light von Thomas Schröfls restauriertem Zeiss AS 130/1950 Refraktor. Robert Schulz hat mir bereits "scharfe"Eindrücke mit seinem "kleineren Bruder", dem AS 80/1200 geschildert und vom Objektiv geschwärmt. Ursprünglich wollte ich meinen 7"Maksutov-Newton als Vergleichsgerät mitnehmen, habe mich aber kurzfristig aufgrund der schlechten Bedingungen (Windböen und Bewölkung) dagegen entschieden. Bei Manfreds Sternwarte angekommen, wurde der Refraktor bereits auf eine G11 auf Betonsäule montiert und sofort Venus in der Dämmerung anvisiert, die sich als etwa 2/3 beleuchtetes Scheibchen präsentierte. Ein nicht störender violetter Farbfehler war ersichtlich. Leider zeigt sich mit Fortdauer der Beobachtungen, dass die Losmandy G11 mit dem langen Hebel des Zeiss und den widrigen Bedingungen heillos überfordert war. Trotzdem ließen die zwei nächsten Objekte in raren, windstillen Momenten erahnen, welches Potenzial in der Optik steckt. Komischerweise war das Seeing trotz der Bedingungen akzeptabel.

Auf dem halb beleuchteten Mond war vor allem der Krater Theophilus mit vier Zentralbergen mein Favorit. Hoher Kontrast und kein Farbfehler!

Dann wurde Jupiter eingestellt. Der erste Blick zeigte drei Monde auf einer Seite und auch hier war kein Farbfehler ersichtlich. Die beiden Äquatorbänder präsentierten sich in sattem rot-braun (NEB) und gräulich-braun (SEB); weitere Bänder (z.B. NTB, STB) und Strukturen in den beiden Hauptbändern waren in ruhigen Momenten zu sehen. Am Ostrand kündigte sich durch das "Randverblassen" des SEB das Erscheinen des Großen Roten Flecks an. Schade, dass das Wetter dann nicht mehr mitgespielt hat; es hätte noch eine Menge zu beobachten gegeben. Dieses Gerät wird Thomas noch viele eindrucksvolle Momente bescheren und man kann ihm zu diesem Glücksgriff nur gratulieren."

 


Zeiss Refraktor auf Montierung in der schönen Landschaft der Buckligen Welt.

Zeiss Refraktor auf Montierung


Dr. Thomas Schröfl montiert das Zielfernrohr.

Dr. Thomas Schröfl bei der Feineinstellung


Aktualisiert am 03.05.2015

© BAA
 

Dr. Franz Gruber