Polarlichtreise nach Lappland

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Am Samstag den 28.3. gegen Mittag geht es nach der WAA-Polarlichtreise 2013 zum zweiten Mal nach Finnland an den Inarisee in die Ferienanlage Ukonjärvi nahe bei Ivalo. Reiseteilnehmer sind diesmal Christoph (I) Niederhametner und Monika Klapka (beide WAA), Christophs Freunde Christoph (II) und Sabine Strack sowie deren 17-jähriger Sohn Sebastian und schließlich ich mit meiner Tochter Mariella. Von Wien geht es zunächst mit der Finnair nach Helsinki, von wo der Rest der Truppe bereits nach 2 Stunden nach Ivalo weiterfliegt. Wir konnten erst nach einem mehrstündigen Aufenthalt in Helsinki weiterfliegen, wo wir dann gegen 22:00 schließlich ankamen. Während es in Helsinki trüb und regnerisch war, begrüßte uns in Ivalo ein klarer Sternenhimmel. Schon während des Fluges konnten wir Venus hell über dem westlichen Horizont sehen, wähnten uns aber über einer dichten Wolkendecke. Erst als wir im Sinkanflug auf Ivalo am Boden Beleuchtung wahrnahmen, stellte sich die Hoffnung auf klaren Himmel ein.

Um ca. 23:00 trafen eir in Ukonjärvi ein, eine Ferienanlage aus Blockäusern, die unmittelbar am Ufer des Inarisees liegt. Zum Auspacken blieb keine Zeit, denn es gab Polarlichter und wir zogen uns nur schnell die Schianzüge an und schon ging es hinunter auf den See. Im Gegensatz zu 2013, als wir bis zu -37° widerstehen mußten,  hatte es diesmal angenehme -5°. In wiederkehrenden Wellen mit 10 bis 20-minütigem Abstand kam es zu Ausbrüchen verschiedenster Form. Je später es wurde, umso mehr verlagerte sich das Geschehen in den Bereich des Zenits, und umso spektakulärer wurde es. Viele Cameras arbeiteten mit Dauerfeuer, was das Zeug hielt bzw. die Akkus hergaben, frei nach dem Motto „lieber 100 Fotos zuviel als eines zu wenig“. Die beiden Youngsters, die erstmals in ihrem Leben Polarlichter sahen, waren vor Begeisterung hin und her gerissen. Aber auch wir Erwachsenen konnten uns an diesem prächtigen Schauspiel kaum sattsehen. Wiederholte Male trat sogar der eher seltene Coronaeffekt auf und die markanten dunklen Streifen im Polarlicht. Bis jetzt ist es physikalisch nicht wirklich verstanden, wie dieser Effekt funktioniert. Meine Befürchtung der zunehmende Mond könnte die Beobachtung der Polarlichter beeinträchtigen, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil gab das Mondlicht der Szenerie einen ganz besonderen Reiz. Es war gut, daß wir lange durchhielten, denn in den nächsten Tagen sollte es wetterbedingt damit vorbei sein. Gegen vier Uhr morgens kamen wir schließlich nach einem langen Tag hundemüde ins Bett. Es wurde eine schlafraubende kurze Nacht, die uns 2 Stunden kostete, denn neben der Umstellung auf osteuropäische Zeit kam in derselben Nacht noch die Umstellung auf Sommerzeit hinzu. So rafften wir uns am nächsten Tag nur rechtzeitig zum Frühstück auf, um dann den verlorengegangenen Schlaf nachzuholen.

 

 

 

Der Nachthimmel über dem vom Mond beleuchteten Inarisee mit zarten Polarlichtern (grüner Schleicher rechts im Bild über dem Horizont)

 

Rege fotografische Tätigkeit im fahlen Mondlicht

 

Ein Polarlichtvorhang am Nordrand des Sees. Die links zu sehende kleine Nebelbank wanderte rasch über den ganzen See

 

Mondlicht und Polarlicht schließen einander nicht aus

 

Nach Mitternacht geht es richtig los

 

Mond und Corona (grün = Stickstoff in geringer Höhe und darüber

rot = Sauerstoff in höheren Atmosphärenschichten)

 

einfach schaurig schön

 

markante schwarze Bänder trennten Streifen des Polarlichts

 

 

 

3 mal Polarlicht in Ursa Major


Aktualisiert am 06.04.2015

© BAA
 

Dr. Thomas Schroefl