Messiermarathon am 20. 3. 2015 von Michl Fasan

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Messiermarathon am 20. 3. 2015

Gestern war nach der Sofi (und einem kurzen Nachmittagsnickerchen) neuerlich ein beobachterischer Höhepunkt bei mir angesagt. Die Bedingungen waren ganz gut prognostiziert, sodass ich einen Messiermarathon starten konnte.
Der Mond war kein Problem, der stand ja noch fast vor der Sonne. Frühlingsbeginn war auch in dieser Nacht, was sollte also schief gehen. Es war allerdings unfrühlingshaft kalt, das Auto vereist. Die dicke Daunenjacke kam zu ihrem Recht.
Bei einem Messiermarathon geht es darum, in einer einzigen Nacht möglichst viele der 110 Messierobjekte visuell aufzusuchen. Das geht eigentlich in unseren Breiten nur in der zweiten Märzhälfte. Goto ist verboten, wird auch mit 40 überraschend bewölkten Beobachtungs-nächten bestraft, an denen man sonst Zeit hätte. Das wollte ich nicht riskieren, also ließ ich auch die komplette Stromversorgung zu Hause. Karkoschka und Starhopping war die Devise.
Im Jahr 2012 schon hatte ich einen geeigneten Spechtelplatz gefunden. Der ist nicht weit von mir zuhause entfernt, liegt an einer kleinen Anhöhe mitten im Wald, hat recht freie Rundumsicht und, vor allem, er zeigt dunklen Himmel. Die Lichtaufhellung des Schwarzatales ist durch einen kleinen Waldhügel recht gut abgeschirmt. Im März 2012 hatte ich dort schon einen Versuch gestartet, wobei ich damals bei perfekten Bedingungen 102 Objekte dokumentieren konnte. Das war sehr viel, ich wollte aber schauen, ob ich nicht den einen oder anderen Fehler von damals korrigieren könnte.
Nun, am Abend ging es mir diesmal besser. Ich konnte M77 einstellen, die hatte mir 2012 gefehlt. Die Horizontsicht war aber eindeutig diesiger als damals. Ich hatte mit M110 große Probleme und auch mit M79. Ich war fest entschlossen, abzubrechen, wenn diese beiden Testobjekte nicht möglich gewesen wären. Aber sie waren möglich. Auf M74 verzichtete ich. M33 ging dann besser.
Das Auffinden des KS im Hasen war allerdings wirklich schwierig. Dann geht es Schlag auf Schlag. Ohne Stress konnte ich bis incl Virgohaufen durchschauen. Den Galaxienhaufen dort kenn ich schon recht gut, es ging schneller als gedacht. Um dreiviertel Elf war ich damit fertig.
Dann klapperte ich die Haufen am Osthimmel ab, die sind wichtig, im Morgenstreß noch M39 und M29 suchen zu müssen, ist uncool. Aber auch in der zweiten Nachthälfte war die Horizontsicht nicht optimal. M6 und vor allem M7 bereiteten langwierige Probleme. Von den südlichen Schützenhaufen war kaum was zu sehen, lediglich M 54 konnte ich einstellen. Die waren vor 3 Jahren recht gut gegangen. M 15 hatte ich schon etwas früher abgehakt, der ist über den Delphin recht leicht zu finden.
Die Wassermannhaufen waren wieder außer Reichweite. Ich hatte 2012 den Fehler gemacht, zu lange im südlichen Schützen herum zu suchen, für M2 war es dann zu spät.
Diesmal suchte ich rechtzeitig, aber der Horizontdunst machte mir dennoch einen Strich durch die Rechnung. M2 ging nicht.
Urplötzlich war die Dämmerung da. Um 5 konnte ich zusammenräumen und müde aber glücklich heimfahren. 101 Objekte waren es diesmal. Es fehlte also am Abendhimmel nur die schwierige Galaxie M74, am Morgenhimmel fehlten die Kugelhaufen M69, 70, 55, 75, 30, 72 und eben M2. Auch die Sterngruppe M73 hab ich nicht eingestellt.
Noch kurz zum Instrumentarium: Ich hatte den 120 ed auf die stromlose Vixen GP geschnallt, gesucht wurde mit einem 6x30 Geradsichtsucher und einem Leuchtpunkter. Insbesondere der Geradsichtsucher war zwar in Ordnung, aber meine Halswirbelsäule ist jetzt noch schief. Ein Winkelding wäre besser gewesen, aber das war wo an….egal. Als Kartenwerk war der kleine Karkoschka mit. Schön war’s und viel Freude hatte ich auch.


Lg, Michl Fasan


Aktualisiert am 21.03.2015

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G. Wechselberger