Spektroskopische Untersuchungen mit dem SA100

Spektroskopie
Technik


Spektroskopische Untersuchungen mit dem SA100

(Siegfried Hold)

 

Allgemeines:

Der SA100 ist ein einfaches Instrument um spektroskopische Untersuchungen durchführen zu können. Angeschafft habe ich mir dieses, in ein 11/4 '' Filtergehäuse eingebaute Transmissionsgitter, um Übersichtsspektren machen zu können. Schon mit einfachen Mitteln, eine DSLR mit einem Teleobjektiv (Abbildung 1), sind Spektren zu machen. Für erste Übungen geht es auch auf dem Stativ, hierbei ist nur zu beachten daß die Spektralstreifen senkrecht (Deklination) ausgerichtet sind. Dabei wird der Spektralstreifen wegen fehlender Nachführung breiter was aber nicht schlimm ist. Ist hingegen der Streifen waagrecht ausgerichtet, also in Rektaszension, werden die Spektrallinien verschmiert und somit nicht sichtbar. Übrigens, in der Analog-Zeit wurde bewußt in Stunde hin und her bewegt um den dadurch verbreiterten Streifen am Film besser beurteilen zu können. Nichts spricht dagegen diese Technik auch bei hellen Objekten anzuwenden. Den Farblängsfehler kann man mit einem Prisma, direkt am SA100 montiert, reduzieren. Aufnahmen damit gibt es von mir noch nicht, obwohl das Prisma schon in der Schublade liegt.

 

Aufnahmetechnik:

Für die hier gezeigten Aufnahmen wurde eine Canon 60D und eine 450D-modifiziert mit dem 200er-L-Objektiv, auch Canon, verwendet. Als Träger für den SA100 (Abb.1), dient ein Objektivdeckel mit einem eingeklebten leeren 1 1/4'' Filtergehäuse, in diesem wird der SA100 eingeschraubt. Durch drehen des Deckels läßt sich der Spektralstreifen in die gewünschte Lage bringen. Um die Kalibrierung zu erleichtern sollt auch die „Nullte-Ordnung“ (Abb.2), also der Stern mit abgebildet sein. Grundsätzlich sollten nur Optiken eingesetzt werden, die „Runde Sterne“ abbilden, wie es in der Astronomie üblich ist! Da Spektralstreifen meist sehr fein sind, würden sie bei mangelhafter Optik im Kontinuum untergehen. Grundsätzlich muß erwähnt werden, daß mit dem SA100 nur starke Linien zu sehen sind, wie etwa die breiten Balmerlinien im Spektrum von Sirius oder starke Emissionen bei Be-Sternen. Wolf-Rayet Sterne (Abb.3) haben enorme Windgeschwindigkeiten, was zu starker Dopplerverbreiterung führt, auch leicht mit dem SA100 zu beobachten. In Abb.3 ist Regor ein Stern vom Spektraltyp WC8, leider stand er zu diesem Zeitpunkt (30.7.2011) schon nahe am Horizont, dennoch sind die hellen Knoten der Emissionen, mit Pfeilen markiert, zu erkennen.

 

 

Abb.1  Der SA100 am 200er Tele montiert

 

 Abb.2 zeigt die Plejaden, die Balmerlinien im blauen Bereich sind gut zu erkennen

Die Sterne sind, wie oben beschrieben, in nullter Ordnung, die Spektralstreifen sind in 1. Ordnung abgebildet

 

Abb.3 zeigt gamma Velorum, aufgenommen 2011 auf Hakos/Namibia

 

 

Spektroskopische Beobachtungen in der Natur:

 

Abb.4  Auch ein Leuchtkäfer läßt sich spektroskopieren, vorausgesetzt er bewegt sich nicht für die Dauer der Belichtung, so wie hier am Rücken liegend. Da bleibt nicht viel Zeit

 

Beugung am Spinnenfaden:

 

Dem einen oder anderen wird schon aufgefallen sein, das Spinnennetze unter flach einfallendem Licht bunt schimmern. Mit einem Makroobjektiv ist gut möglich dieses Farbenspiel einzufangen.

Der Spinnenfaden an dem das Licht gebeugt wird, ist sozusagen das Spektroskop!

 

 

In Abb.5/6  sind mit Canon 60D und 60 mm Makroobjektiv aufgenommen.

 

Wer Interesse zu dieser Art der Lichtbeugung hat, kann sich auf diesen Seiten noch ausführlich informieren.

http://www.uni-muenster.de/imperia/md/c ... ennetz.pdf
http://www.itp.uni-hannover.de/~zawisch ... nnetz.html

 

Link zu SA100:

http://www.astrosurf.com/buil/staranalyser/obs.htm

 

 

 Quellennachweis: Alle Bilder von Siegfried Hold


Aktualisiert am 04.02.2015

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Dr. Thomas Schroefl